Die Haarwurzel

Die Haarwurzel wirkt klein und unscheinbar. Ebenso unscheinbar wirkt oft auch die Baumwurzel. Ohne Wurzel kann jedoch keiner von beiden überleben. Haare wie Bäume können ohne Wurzeln nicht mit Nährstoffen versorgt werden und finden keinen Halt.

Die Bedeutung der Haarwurzel

Jedes einzelne Haar ist in der Kopfhaut verwurzelt. Obwohl die Haarwurzel - auch Bulbus genannt - eine andere Struktur hat wie eine Baumwurzel, ist sie an Wichtigkeit nicht zu unterschätzen. Haarwurzeln sind in der Lage, zwischen Aktivmodus und Ruhemodus abzuwechseln. Im Ruhemodus kommt es zu Haarausfall. Im Aktivmodus wachsen die Haare aus der Keimzelle nach. Ähnlich wie Hautzellen, wechseln sich auch die Haare regelmäßig aus. Ein gewisser Austausch ist also vollkommen normal. Zwischen 20 und 200 Haare täglich können ausfallen, ohne dass das dramatische Konsequenzen hätte.

Die Ursache für diesen regulären Haarausfall liegt in zu starker Beanspruchung der Haare, genetischer Veranlagung oder jahreszeitlichen Bedingungen. Solange die Haarwurzel gesund ist und ihre Arbeit tun kann, wachsen die ausgefallenen Haare zuverlässig nach. Der Grund dafür ist, dass die Papille - also der unterste Teil der Haarwurzeln - ein Leben lang in der Kopfhaut verbleibt. Ausfallen kann also nur der Haarschaft. Der Bulbus selbst bleibt intakt.

Pigmentierung und Nährstoffversorgung

Interessant ist außerdem, dass die Haarwurzel auch für die Pigmentierung der Haare verantwortlich ist. Sie enthält die Pigmentzellen. Das braunschwarze Pigment Eumelanin ist auch in den Hautzellen vorhanden. Das rötliche Pigment Phäomelanin aber nicht. Beide zusammen ergeben in Mischung den von den Genen definierten Farbton der Haare. Alles, was aus der Haarwurzel herausragt, wird Haarschaft genannt. Mit schützendem Fett und Talg versorgt werden die Haarschäfte ebenfalls durch die Haarwurzeln. Unter der Kopfhaut finden sich Talgdrüsen, die in die Follikel münden. Außerdem wird die Nährstoffversorgung der Kopfhaut durch die Haarwurzeln an die Haarschäfte weitergereicht.

Haarwurzeln sind auf eine optimale Nährstoffversorgung und ausreichende Energiezufuhr angewiesen, um den Haarwuchs zu bewerkstelligen. Kommt es zu anhaltenden Nährstoffdefiziten im Körper, machen diese sich zuerst als Haarausfall bemerkbar. Aus Sicht des Organismus ist die Haarwurzel der unwichtigste Teil in der Versorgungskette. Die Haarwurzel ist insbesondere auf eine ausreichende Proteinversorgung und genügend Spurenelemente sowie Vitamine angewiesen.

Die wichtigsten Nährstoffe sind:

  •  Vitamin A für Geschmeidigkeit und Schutz der Haare
  •  Vitamin B-Komplex für Hautstoffwechsel und Talgregulierung
  •  Vitamin C zur Verbesserung der Eisenversorgung
  •  Eisen für die Sauerstoffversorgung und gesundes Zellwachstum
  •  Biotin als Entzündungsschutz und für glänzendes Haar
  •  Kupfer für die Aktivierung bestimmter Enzyme und den Hautstoffwechsel
  •  und Zink für optimierte Zellteilung und Entzündungshemmung.

Mängel an diesen Nährstoffen bilden sich unmittelbar auf dem Kopf ab, weil unterversorgte Haarwurzeln ihre Arbeit nicht mehr ausreichend gut erledigen können. Nochmals: Der Organismus versorgt zuerst jene Körperzellen und Organe mit Nährstoffen, die auf seiner Prioritätenlist ganz oben stehen. Erst am Schluss sind die Hautzellen und die Haarwurzeln dran.

Gesunde Haare entstammen gut genährten Haarwurzeln

Da die Haarwurzel dank unserer modernen Ernährungsgewohnheiten immer weniger Nährstoffe erhält, ist der Haarausfall bei jungen Männern und vielen Frauen jenseits der vierzig wohl kein Zufall. Zunehmend werden industriell gefertigte Nahrungsmittel, Convenience Food, Fast Food, Süßigkeiten oder Imbissnahrung verzehrt. Deren Sättigungsgrad ist zwar überzeugend. Die Nährstoffdichte solcher Nahrungsmittel ist aber unausgewogen. Statt Vitalstoffen sind unsinnige Füllstoffe, Entschäumer, synthetische Aromen, Konservierungsstoffe, Bindemittel, ungesunde Fette, Süßungsmittel oder Emulgatoren in Hülle und Fülle enthalten. Alibimäßig zugesetzte Vitamine können zu Überdosierungen auf der einen und eine Unterversorgung auf der anderen Seite führen. Die Nährstoffbalance im Organismus wird zunehmend gestört.

Fatal sind auch die Folgen von häufigem Fleischverzehr. Dadurch wirken Pestizide, die als Masthilfen verwendet werden, Antibiotika und Hormone auf die Haarwurzel ein. Sie stören die empfindlichen Regel- und Versorgungskreise, von denen die Haarwurzel abhängt. Alle Ernährungssünden und ungesunden Genussmittel schädigen irgendwann die Haarwurzel. Andersherum kann eine über Jahre gepflegte gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf und optimaler Nährstoffdichte für dichtes, gesundes Haar bis ins hohe Alter sorgen.


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